Tageszeitung vs. Newsfeed 0:0

Wednesday, September 8. 2010 | 15:18 | von Hansjoerg Allstaedt

Hatte mal wieder Gelegenheit, meinen Feed-Reader zu starten. „1762 unread postings“ leuchtet mir vorwurfsvoll entgegen.
Woher kommt bloß diese endlose Flut von Tweets, Artikel und Blog-Posts? Haben die Leute eigentlich alle nichts zu tun?
Ich bekomme mittlerweile schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich am Flughafen einfach nur eine der Gratis-Tageszeitungen lese.
Müsste ich nicht stattdessen wesentliche und ehrfurcht-gebietende Erkenntnisse in mein Smartphone tippen? Oder an meinem nächsten bahnbrechenden Buch über die Herausforderungen des Multichannel Commerce arbeiten?
In Wirklichkeit ertappe ich mich dabei, wie ich die Menschen um mich herum beobachte oder aus dem Fenster den Flugzeugen beim Rangieren zuschaue. Und nachdenke. Über die letzten Tage, die letzten Gespräche, Nachrichten oder einfach an die Familie.
Und zack… schon wieder zehn Minuten Zeit verschenkt, in denen ich hätte networken oder posten können. Verdammt. Der Typ gegenüber kann es doch auch. Und der da links und auch die Frau dort drüben.
Alle fügen meinen 1762 ungelesenen Meldungen eifrig neue hinzu. Oder schicken ihre neuesten Fundstücke als Re-Tweet auf die Reise – Nachrichten-Klone mit dem Gütesiegel „Cool!“ oder „Super Info“. Die Luft surrt förmlich vor lauter elektronisch übermitteltem Know-How.
Eine tolle Sache, denke ich und lese weiter meine Tageszeitung.
…verdammt.

Einstellungswandel im Corporate Change 2.0

Monday, August 23. 2010 | 18:31 | von Stefanie Wagner-Fuhs

Mehr als 75% der Kunden sind unzufrieden mit den Social Media Aktivitäten der Unternehmen. Zu dieser bitteren Erkenntnis kommt das Brand Science Institute, Hamburg, in seiner jüngsten Studie “Why Social Media Projects Fail?!”. Doch wie sollen Mitarbeiter den Kundenkontakt im Social Space perfekt managen, wenn Social Media im Unternehmen nur rudimentär zur Anwendung kommt. Einstellungswandel tut Not. Und der fängt beim Mitarbeiter an:

In der digitalen Realität fordern Endkunden den direkten, schnellen, ungefilterten Zugriff auf Produkte und Services. Online ist dabei weit mehr als ein Verkaufsportal oder die Vernetzung der verschiedenen Kanäle zum Kunden. Online erfordert ein Umdenken in der Art und Weise des Arbeitens. Es stellt gegebene Hierarchien in Frage, verlangt nach Auflösung von Bereichssilos und führt zu neuen, vernetzten Formen der unternehmensinternen Leistungserbringung.

Um die Organisations- und Prozessstrukturen optimal darauf auszurichten bedarf es eines Einstellungswandels innerhalb des Unternehmens: Es geht für Mitarbeiter nicht mehr allein darum, Aufgaben von oben einfach abzuarbeiten, sondern proaktiv Veränderungen am Markt, im Beruf und in der eigenen Lebenswelt wahrzunehmen, sie zu bewerten und nutzbar zu machen für andere. Kurz, Online muss tagtäglich von jedem Mitarbeiter gelebt werden. Dazu bedarf es von Anfang an konzertierter Maßnahmen im Bereich Change Communications. Mitarbeiter müssen in aufeinander aufbauenden Schritten in den Online-Wandel des Unternehmens einbezogen werden.

Kommunikationsverantwortliche sind damit vielfach mit neuen Anforderungen konfrontiert. Sie müssen bereits in der Definitionsphase eines Corporate Change Projektes einbezogen werden, um den Erfolg der angestrebten Organisations-veränderung zu gewährleisten. Und sie müssen die Kommunikationshoheit aus ihrer Hand in die Hand der Mitarbeiter geben. Denn die hierarchiebezogene Weitergabe von Herrschaftswissen findet im digitalen Zeitalter keine Akzeptanz mehr. – Schon gar nicht unter Mitarbeitern.

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse des Brand Science Institutes findet sich unter:
http://www.presseportal.de/pm/58990/1665724/brand_science_institute_gmbh_co

The 3 types of social networkers that influence the buying process

Wednesday, August 4. 2010 | 15:40 | von Markus Spiller

Interesting read at www.thestrategyweb.com  about a Gartner survey which clustered social media influencers and prospects in different roles and acting schemes within the buying process.

Well, we all know, in the one or other way (and as already mentioned) that these groups exist and that their influential role for decision making in a buying process of other prospects is becoming more and more vital. The clustering is more exact and helps qualifying different focus groups better but in general marketers are tossing around with how to activate and integrate social influencers into their communication strategy since quite a while now.

There is one perspective which i think would have given the outcome a tremendous additional value (maybe it’s in the study, haven’t had the chance to read it by now): At which point in the buying process which types of influencers become vital for decision making of the others, the non-influencers? Is it before or after a prospect collects other information in the web? Or even multiple times at different stages? And which group of influencer is requested by others at what stage?

It’s not only about how to integrate the influencers but also to understand the mechanism better of when these influencers influence the decision making process of the vast majority of prospects: the “unclassified seekers”…

Or what do you think?

Augmented Reality Entwicklungen Teil 1/2

Thursday, July 22. 2010 | 14:42 | von Oliver Schiffers

Im letzten Jahr hat sich Augmented Reality von ersten Gimmick-artigen Versuchen mit Markern auf Websiten oder Zeitschriften, die zusätzliche Informationen darstellen, erfolgreich in den Bereich von Mobile Augmented Reality und Multichannel oder Retail Applikationen weiterentwickelt. Die Zeit der Spielereien scheint so vorbei zu sein, und es werden Ansätze etabliert, die sich hauptsächlich im Customer Service, Branding mit integriertem CRM, sowie in echten Mehrwerten und Relevanten Diensten für die Anwender bewegen.

Customer Service und relevante Dienste
Lego und Ikea bieten Anwendungen an, die im Handel vor Ort und im eigenen Zuhause Mehrwerte schaffen. Hierbei werden entweder zusätzliche Informationen zu verpackten Gütern – wie die Ansicht des fertigen Modells durch Vorhalten der Verpackung am stationären Kiosk – oder Konfigurationsmöglichkeiten und Einrichtungsvarianten durch die Verbindung realer Lokationen mit zusätzlichen Informationen und neuen Gegenständen geschaffen.

Mobile
Letztere Verknüpfung von relevanten Informationen ist auch der Hauptschwerpunkt der mobilen Anwendungen. Hier werden zum Beispiel in Anwendungen der Immobilienbranche Angaben zu freien oder zu verkaufenden Wohnungen in das reale Stadtbild eingesetzt, das die Anwender durch ihre Handykamera sehen, oder durch Plattformen wie Layar, Wikitude und Metaio nützliche und lokationsbezogene Informationen nicht nur auf Landkarten sondern anhand der Bilder von realen Objekte in der Umgebung eingeblendet und interaktiv nutzbar gemacht.

Branding mit integriertem CRM
Wie Lego ebenfalls kioskbasiert und erfolgreich im Bereich Multichannel-Branding präsentieren sich stationäre Applikation, die zusätzlich Online-Komponenten aus Social Media und CRM/Community Effekte in sich vereinen. Die “Smile Activated Vending Machine“, die SapientNitro für die Eiscreme-Marken von Unilever entwickelt hat, verbindet hohe Aufmerksamkeit durch AR in Retail Umgebungen und Einkaufspassagen mit Social Media Sharing und Bildung einer Online Community mit zusätzlichen Aufmerksamkeitseffekten.

Zukunft von AR
Echtzeit Social Commerce durch die Verbindung von kamerabasierten Spielekonsolen und Computern wird die heimische Augmented Reality über die Gimmicks der Marker-basierten Nutzung hinweg in Zukunft befruchten. Erste Beispiele im Fashionbereich erlauben es am heimischen Fernseher beispielsweise neue Kleidung anzuprobieren und in Echtzeit das eigene Spiegelbild mit verschiedenen Design gemeinsam mit Freunden anzusehen und zu bewerten. Die Beispiele kommen von Microsoft (Kinect, ehemals Project Natal) und werden im Herbst durch die Erweiterung der XBox um eine neuartige Kamerafunktion einen ersten Schub erhalten.

Computer Vision
Die Voraussetzung für Anwendungen wie von Microsoft werden durch neuartige visuelle Erkennungsverfahren ermöglicht, die nicht mehr nur Marker identifzieren können, sondern verschiedene echte Objekte “sehen”, durch einen Abgleich mit 3D/CAD Modellen. Voraussetzung hierfür ist die Schaffung einer Datenbasis von realen und virtuellen 3D Objekten, die erkannt und weiter verwendet werden. Hierbei stehen Verfahren in der Entwicklung, die es schneller und kostengünstiger als bisher ermöglichen den Transfer aus der Realität ins 3D Modell zu leisten und diese Möglichkeit aus dem professionellen Bereich den semiprofessionellen Nutzern und sogar Endanwendern erlauben, wie z.B. durch das kanadisch/deutsche Startup Verold, Gewinner des diesjährigen TIEQuest Startup Wettbewerbs.

Im nächsten Teil zur Zukunft von Augmented Reality geht es um die Entwicklung von Echtzeit-Kollaboration und Multi-User Anwendungen sowie den Einfluss von 3D Endgeräten, die auf Basis der hier bereits genannten Computer Vision und vernetzter Echtzeit Social Commerce diese junge Technologie weiter beflügeln sollen.

Is Facebook Compuserve on steroids?

Thursday, July 22. 2010 | 08:13 | von Markus Spiller

Facbook hat es wahrlich nicht leicht dieser Tage, und so mancher orakelt bereits den Niedergang der grössten Social Media Plattform da draussen.  Denn obwohl nun sogar ein Hollywood-Streifen über die Entstehung von Facebook droht und Zuckerberg stolz den 500.000.000sten Nutzer feiert, häufen sich Probleme mit Anwälten und Prozessen, und sie werden immer mehr zum Vehikel der politischen/öffentlichen Meinungsfindung in Sachen Cybercrime oder Datenschutz. Kurz: aus der coolen Community ist ein Konzern geworden, ein Mediengigant. Mit allen Pro’s und Con’s.

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