Die IVW kündigt differenziertere Messung an – aber auch bessere Orientierung?

Friday, June 26. 2009 | 09:54 | von Oliver Schiffers

Die IVW gab gestern bekannt, an einer Neudefinierung der Messgröße Page Impressions zu arbeiten. Derzeit werde demnach ein Maßnahmenpaket diskutiert, das neue Definitionen und Erweiterungen der Leistungswerte zum Gegenstand hat. Man nimmt hierbei ein wenig Abstand von der Page Impression, verabschiedet sich aber nicht ganz, die PageImpressions bleiben  "ein Faktor zur Darstellung der Werbeträgerleistung von Online-Medien", sollen aber stärker an die Werbeausspielung gekoppelt werden.
Der Rest bleibt schwammig verheisst aber keine transparente Lösung, sondern eine neue Gelddruckmaschine: Die Rede ist von einem multidimensionalen Kategoriensystem, das "Leistungswerte wesentlich stärker in Zusammenhang mit Herkunft, Plattformen und Inhalten" differenzieren soll.

In Fachkreisen wurde schon vor Jahren festgestellt, dass der Pageview tot sei, nun hat auch die IVW den Schwenk zu differenzierteren Methoden und Messungen eingeleitet. Der Schritt an sich ist zu begrüßen, da zumindest versucht wird, die Messung der Grundfrage des IVW Publikums anzupassen: Wo kann ich am besten Werbung schalten? Ob diese Frage durch den Verzicht der Veröffentlichung von Page Impressions, durch die fragwürdige Messung von Visits über IP-Adressen oder über das eilige bis Herbst entstehende neue Konzept beantwortet werden kann, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass Vermarkter und Werbetreibende andere Ansprüche an die Messbarkeit ihrer Kampagnen haben, als die Verbände, die IVW oder die AGOF ihnen anzubieten haben. Es sollte aber auch eine Orientierung für den Werbekunden geben. In der Vergangenheit wurden diese beiden Themen leider von den deutschen Verbänden bis zur Unkenntlichkeit vermischt und mit zu hohem technischen Aufwand abgebildet und dem Kunden verordnet. 

Eine Fokussierung der IVW auf die reinen Werbemittelkontakte wäre sinnvoll, Online-Kennzahlen und Analysen werden von anderen Stellen sauberer und plausibler definiert und gemessen. Ebenso wäre wünschenswert, dass endlich das Messverfahren dokumentiert wird, so dass dieses mit regelmäßigen Audits in andere Lösungen implementiert werden kann, um von Unternehmen in einer einheitlichen internen Erfolgsmessung verwendet werden zu können.

2 Kommentare to “Die IVW kündigt differenziertere Messung an – aber auch bessere Orientierung?”

  1. Rene Meissner |

    Die IVW ist tatsächlich in einem Dilemma: die Site-Betreiber betrachten die IVW-Zahlen sehr oft als Kennziffer ihres Erfolgs und benutzen sie intern als Rechtfertigung. Mit dem derzeitigen Verfahren sind die Zahlen dafür auch bedingt nutzbar. Für die Werbetreibenden ist die Aussagekraft derzeit jedoch sehr eingeschränkt. Wenn die IVW das Verfahren jetzt ändern will wird es ein Aufschrei unter den Sitebetreibern geben, weil eine wesentliche Kennziffer für den Vergleich mit anderen Marktteilnehmern wegfällt.

  2. Hans-Peter Ording |

    Eine begrüßenswerte Neuigkeit!

2 Comments