Lebensmittel online – Wo bleibt Multichannel?
Wednesday, July 14. 2010 | 10:02 | von Uwe TuebenDas ist der nächste heisse Commerce-Trend: Lebensmittel übers Internet verkaufen! Amazon macht’s, Otto steht in den Startlöchern und andere werden folgen. Alles nicht neu, alles schon mal da gewesen, bisher aber nicht sehr erfolgreich. Die Probleme liegen auf der Hand: Lebensmittellogistik ist kompliziert und die richtige Zielgruppe für Online-Lebensmittelkäufe konnte auch noch keiner finden.
Klar, da gibt es die hart arbeitenden DINK-Paare (double income, no kids), die sich als Zielgruppe anbieten. Ruck-zuck ist der Einkaufszettel zusammengeklickt und die Bestellung abgeschickt. Aber was kommt dann? Das in der Regel nur sehr vage vorherzusehende Lieferfenster! Und wer schon wenig Zeit hat, will die vermutlich nicht irgendwo absitzen, um auf den Zustelldienst zu warten.
Wäre es nicht sinnvoller, wenn ich meine Online-Bestellung einfach auf dem Heimweg im Supermarkt abholen könnte? Vielen haben ja heute bis 22 Uhr auf. Dabei könnte ich ja die nicht mehr ganz frisch aussehenden Tomaten auch gleich im Laden umtauschen.
Traut Euch, Ihr Lebensmittelgiganten!
Tags: commerce, Food, Lebensmittel, multichannel

Hi Uwe,
ehrlich gesagt teile ich deinen Optimismus nicht. Das Thema der FMCG hat aktuell sehr viele Eigenschaften die alle gegen Internetmodelle sprechen – bestehende Margen, Logistikprobleme, günstige Kostenstruktur des Einzelhandels (billiges Personal, billige Flächen). Als Hauptproblem sehe ich allerdings die aktuelle Werbelandschaft der Retailer. Diese ist überhaupt nicht mit Webmodellen vereinbar und müsste komplett neu erfunden werden. Der erste Schritt wird es aber erstmal sein, die Werbelandschaft der bestehenden Infrastruktur online zu bringen (siehe kaufda, meinprospekt etc).
Grundsätzlich finde ich, dass es weder für Retailer noch für die FMCG Infustrie einen wirklichen Anreiz gibt auf Internetmodelle zu setzen. Ich finde es spannend was froodies aktuell versucht, wobei deren Modell ja mehr als Dienstleistungskomplementär zu bestehenden Retailern zu sehen ist als ein wirklicher Online-Versand. Aber welchen wirklichen Mehrwerte können Handel und Industrie hier heben?
Viele Grüße
Jan
Uwe,
löblich und würde auch von mir fantastischst genutzt werden. Aber wie Du schon schreibst: Schon da gewesen und nicht erfolgreich gewesen. Als (damaliger) begeisterter Kunde der Supermarktlieferung@home war ich baff enttäuscht, als der Dienst eingestellt wurde.
Deswegen glaube ich nicht, dass die Retailer dieses werden leisten wollen (ganz zu schweigen von können), dafür stimmt einfach der Aufwand und die Struktur Ihrer Logistik nicht. Zudem: Vielleicht möchte ich als Kunde nicht nur bei einem Supermarkt einkaufen. Der Mischeinkauf der Spezialitäten bei Markensupermarkt A und der Einkauf der allgemeinen Güter beim Discounter ist ja schon Usus im Käuferverhalten.
Die Frage ist eher, ob, wie es schon lokal im kleinen Rahmen geschieht, hier nicht eher spezialisierte, unabhängige Einkaufsdienste zu neuer Größe wachsen könnten…
LG,
Markus